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Premiere im Rathaus Hard

Der Kantonsrat hat sich am 20. Februar 2023 zur ersten Sitzung im provisorischen Rathaus Hard getroffen. Gleichzeitig war es die erste Sitzung nach den Wahlen, für manche Ratsmitglieder eine emotionale Angelegenheit.

Schlüsselübergabe von Baudirektor Martin Neukom an Kantonsratspräsidentin Esther Guyer

Schlüsselübergabe von Baudirektor Martin Neukom an Kantonsratspräsidentin Esther Guyer.

Die erste Sitzung nach den Wahlen ist immer etwas Besonderes. Einerseits spürt man die Erleichterung bei jenen Ratsmitgliedern, die um die Wiederwahl zittern mussten. Andererseits steht so manchen Kantonsrätinnen und -räten, welche die Wahl verpasst haben, die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Kantonsratspräsidentin Esther Guyer tröstete diese mit den Worten, dass ein Wahlergebnis längst nicht nur von den Personen abhänge. «Aber vielleicht ist es ja auch nur ein Abschied auf Zeit», so Guyer.

Tatsächlich ist die Chance gross, dass unter den durchschnittlich 10 Personen, die pro Jahr für vorzeitig zurücktretende Ratsmitglieder nachrücken, auch in den kommenden vier Jahren ein paar ehemalige Kantonsrätinnen und -räte sein werden. Den Wiedergewählten gratulierte Guyer herzlich und forderte sie auf, weiterhin ihr Bestes zu geben.

Ein Schlüssel mit Verfalldatum
Bevor die erste Sitzung am neuen Standort eröffnet wurde, übergab der Baudirektor Martin Neukom der Kantonsratspräsidentin symbolisch den Schlüssel für das provisorische Rathaus. Dabei handelte es sich um einen überdimensionalen Zopf. Der Schlüssel habe mit dem Rathaus etwas gemeinsam, scherzte Neukom: «Erstens hat er ein Verfalldatum und zweitens haben alle Kantonsräte etwas davon.»

Bereits in seiner Ansprache hatte der Baudirektor seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es den Ratsmitgliedern im neuen Provisorium gefallen möge, aber nicht zu sehr. Schliesslich sei mit dem Abschluss der Sanierung des historischen Rathauseses im Jahr 2027 die Rückkehr in das Gebäude am Limmatquai geplant.

Gelungene Transformation
Die eigentliche Ratssitzung verlief danach abgesehen von kleineren technischen Pannen reibungslos. Um Viertel vor zehn wurde nach über zwei Jahren eine alte Tradition wiederbelebt: die Sitzungspause.

Wie im alten Rathaus schwärmten die Ratsmitglieder ins neu eingerichtete Foyer zum Kaffee und nutzten die halbe Stunde, um sich fraktionsübergreifend auszutauschen. Neben Gratulationen zur Wiederwahl ging's dabei vor allem um das neue «Zuhause» des Kantonsrates. Es zeigte sich: Die Transformation der Bullingerkirche in ein Parlament ist gelungen.