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Neue Kantonsratspräsidentin gewählt

Der Zürcher Kantonsrat hat SVP-Kantonsrätin Romaine Rogenmoser ins höchste politische Amt des Kantons gewählt. Die 54-jährige Betriebsökonomin aus Bülach folgt auf den Zürcher FDP-Politiker Beat Habegger. Flankiert wird Rogenmoser im Präsidium von Monika Wicki (SP, Zürich) und Claudia Hollenstein (GLP, Stäfa).

Monika Wicki, 1. Vizepräsidentin, Romaine Rogenmoser, Kantonsratspräsidentin, Claudia Hollenstein, 2. Vizepräsidentin

Monika Wicki, 1. Vizepräsidentin; Romaine Rogenmoser, Kantonsratspräsidentin; Claudia Hollenstein, 2. Vizepräsidentin (vlnr.) Quelle: PD / Niklas Thalmann

Romaine Rogenmoser ist im ersten Wahlgang mit 136 von 150 massgebenden Stimmen zur Präsidentin des Kantonsrates für das Amtsjahr 2026/2027 gewählt worden. In ihrer Antrittsrede betonte sie die Bedeutung der parlamentarischen Arbeit. Wichtig sei es auch, der Bevölkerung zu zeigen, was mit dieser Arbeit bewirkt werde.

Nach dem «Blog vom Bock», mit dem ihr Amtsvorgänger während seines Präsidiumsjahrs regelmässig Einblick hinter die Kulissen gewährt hatte, will auch Romaine Rogenmoser in ihrem Amtsjahr unkonventionelle Aufklärungsarbeit leisten. «Ich finde es immer schade, wenn wir im Kantonsrat Gesetze für die Bürger machen, es aber nicht schaffen zu vermitteln, was dieses oder jenes Gesetz ganz konkret für Auswirkungen auf jeden einzelnen hat», so Rogemoser. Wie sie ihr Ziel umsetzen wird, liess sie vorerst offen.

Zürcher Ökonomin mit Walliser Dialekt

Die gebürtige Visperin lebt seit über 35 Jahren im Zürcher Unterland. Die Betriebsökonomin und Dozentin arbeitete bisher im Produktmanagement der Pharmaindustrie, im Recycling-/Transportwesen und in der Erwachsenenbildung.

In den Kantonsrat gewählt wurde die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder im Jahr 2019, wo sie zunächst in der Finanzkommission (FIKO) und dann in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) ihre Sporen abverdiente. Seit zwei Jahren ist sie Mitglied des Kantonsratspräsidiums. Auf kommunaler Ebene ist Rogenmoser seit 2014 aktiv, zuerst als Gemeinderätin und später als Präsidentin verschiedener Kommissionen und des Stadtparlaments von Bülach.

Der zweite Frauen-«Bock»

Zur ersten Vizepräsidentin des Kantonsrates ist am Montag Monika Wicki (SP, Zürich) gewählt worden. Die 57-jährige Dozentin und bisherige zweite Vizepräsidentin erhielt 139 von 157 massgebenden Stimmen. Zur zweiten Vizepräsidentin hat der Kantonsrat Claudia Hollenstein (GLP, Stäfa) gewählt. Die 58-jährige Head of Sustainability & Health Affairs erhielt 149 von 162 massgebenden Stimmen. Damit ist der «Bock», wie das Kantonsratspräsidium umgangssprachlich genannt wird, nach 2007 zum zweiten Mal komplett in Frauenhand.

Neben den drei Mitgliedern des Präsidiums hat der Kantonsrat am Montag auch die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung (GL) gewählt. Während die Wahl der Mitglieder des Präsidiums geheim – also mittels Stimmzettel – durchgeführt wurde, konnten die übrigen Mitglieder der GL in offener Wahl gewählt werden. Für das zur GL gehörende Kantonsratssekretariat wurden Marzena Kopp (Die Mitte, Meilen), Sylvie Matter (SP, Zürich) und Urs Waser (SVP, Langnau) gewählt.

Von Amtes wegen Einsitz in der GL nehmen die Fraktionsvorsitzenden. Neben Marzena Kopp sind dies Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach), Sibylle Marti (SP, Zürich), Markus Schaaf (EVP, Zell), Judith Stofer (AL, Dübendorf), Christa Stünzi (GLP, Horgen), Tobias Weidmann (SVP, Hettlingen) und Claudio Zihlmann (FDP, Zürich). Als weitere GL-Mitglieder gewählt wurden Altkantonsratspräsident Beat Habegger (FDP, Zürich) und Tumasch Mischol (SVP, Hombrechtikon).

Gottesdienst und Wahlfeier
Die erste Sitzung im neuen Amtsjahr begann traditionsgemäss eine Stunde später als üblich, weil ihr von 8.15 bis 9.00 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Felix und Regula vorausgegangen war. Auf den späteren Nachmittag angesetzt war die öffentliche Wahlfeier der Stadt Bülach zu Ehren der neugewählten Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser in der Stadthalle in Bülach.