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Grosser Ratssaal (sog. Kantonsrats-/Gemeinderatsratssaal)  
im 1. Obergeschoss

Räumlichkeit

Tagungsort von zwei politisch-weltlichen sowie zwei kirchlichen Parlamenten/Volksvertretungen/Legislativen: Im Wochenrhythmus ausserhalb der Schulferien beraten der Zürcher Kantonsrat (Montagmorgen) und der Gemeinderat der Stadt Zürich (Mittwochabend), während die Synoden der evang.-ref. Landeskirche und der röm.-kath. Kirche des Kantons Zürich im Sessionsrhythmus zusammenkommen (jährlich je rund vier ordentliche Sitzungen an Dienstagen bzw. Donnerstagen).

Alle diese Sitzungen sind öffentlich zugänglich und können entsprechend von der Tribüne im darüberliegenden 2. Stock verfolgt werden.

Das heutige Erscheinungsbild des Ratssaals besteht seit 1938. Aus der Bauzeit des Rathauses (1697/1698) sind das Portal und die Holzdecke in Nussbaum erhalten. 1833 ist die Raumhöhe durch Entfernung des Zwischenbodens verdoppelt worden, was den Einbau einer Tribüne für die Besucher/innen ermöglicht hat.

Künstlerische Ausstattung
  • Wandteppich: In fünfjähriger Arbeit unter der Leitung der international renommierten Zürcher Künstlerin Lissy Funk-Düssel entstanden. Seit dem denkwürdigen 8. Mai 1945, als die Glocken das Ende des Zweiten Weltkrieges verkündeten, prangt er nun in diesem Saal.
  • Standesscheiben: Geschenk der Mitkantone an den Stand Zürich aus dem Jahr 1951. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kantons Jura ist 2004 auch die Wappenscheibe des jüngsten Schweizer Standes hinzugekommen. Vergleichbare Wappenzyklen finden sich als Zeichen der Verbundenheit innerhalb der Schweizerischen Eidgenossenschaft auch in allen anderen kantonalen Parlamentsgebäuden.
  • Porträtbilder: Sie zeigen 8 Bürgermeister aus der Zeit zwischen 1617 und 1768, welche damals gewissermassen in Personalunion als Stadtpräsident von Zürich und Regierungspräsident des Kantons Zürich gewirkt haben. 

Regierungsratssaal (vorm. Kleiner Ratssaal)
im 1. Obergeschoss

 Räumlichkeit

Tagungsort der Zürcher Kantonsregierung. Ihre sieben Mitglieder kommen hier mittwochs zur wöchentlichen Sitzung zusammen, welche unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten wird. Neben den zwei  Regierungsrätinnen und fünf Regierungsräten nehmen der Staatsschreiber (als Stabschef des Regierungsrates mit beratender Stimme) sowie die Regierungssprecherin an den Sitzungen teil. Bei Bedarf werden bei der Behandlung bestimmter Sachgeschäfte auch verwaltungsinterne oder externe Expertenpersonen angehört.
Das Erscheinungsbild des Saales ist seit der Einweihung des Hauses 1698 weitgehend unverändert geblieben. Neueren Datums sind
– beim Betrachten des Raumes unschwer zu erkennen – einzig die Deckenbeleuchtung und die Drehstühle.

Künstlerische Ausstattung

  • Turmofen: Prachtvolles, 1697 vollendetes Werk des berühmten Hafnermeisters David II. Pfau, farbenfroh bemalt von Hans Heinrich III. Pfau. Er trägt 72 Sinnsprüche sowie Leitsätze an die in diesem Haus ein- und ausgehenden politischen Amtsträger. Seit 1938 ist der Ofen nicht mehr in Betrieb.
  • Glasbilder: Standesscheiben mehrerer eidgenössischer Orte in einem 1895 letztmals ergänzten Zyklus.
  • Porträtbilder: Sie zeigen 4 Bürgermeister aus der Zeit zwischen 1590 und 1655, welche damals gewissermassen in Personalunion als Stadtpräsident von Zürich und Regierungspräsident des Kantons Zürich gewirkt haben.
  • Wandtäferung: Lebhaftes Maserfurnier aus Nussbaum mit Einlagen aus Ahorn, original erhalten aus der Bauzeit des Rathauses (1698).

Foyer (ursprünglich «Ratslaube» genannt)
im 1. Obergeschoss

Räumlichkeit

Was dem Bundeshaus in Bern die Wandelhalle, ist dem Zürcher Rathaus das Foyer: Der direkte Vorraum zum grossen Ratssaal. Im Gegensatz zum Bundeshaus erschliesst dieses Foyer zugleich auch den kleinen Ratssaal (hier das Sitzungszimmer des Regierungs-rates).    Während der Parlamentssitzungen strecken hier einflussreiche Protagonistinnen & Protagonisten aus den verschiedensten Parteien ihre Köpfe zusammen. Entsprechend sind in diesem Foyer schon zahlreiche wichtige politische Projekte auf den Weg gebracht und grosse politische Karrieren vorgespurt worden. Nicht von ungefähr wird das Foyer von so manchen Kennerinnen und Kennern dieses Gebäudes als wichtigster Raum des Zürcher Rathauses bezeichnet…

Das räumliche Erscheinungsbilddes Foyers ist seit der Vollendung des Rathauses im Jahr 1698 weitgehend unverändert geblieben.

Künstlerische Ausstattung
  • Decke: Reiche Stuckdecke mit drei von Rankenwerk umsäumten   Medaillons, welche die Staatshoheit (Seite Limmatquai), die Fürsorglichkeit (Raummitte) und die Einsicht (Flussseite) symbolisieren. 
  • Inschriften über den Portalen (sog. Portaldevisen): «Pax et Justitia» (Friede und Gerechtigkeit) sowie «D.O.M. Numine et Lumine» (Segen und Erleuchtung durch den höchsten Gott).
  • Tafelbilder an der linken Längswand: Gemalt im Jahr 1709, zeigen sie die damals wie offenbar auch noch heute im Zürichsee lebenden Fischarten mit Angabe ihrer Schonzeiten.
  • Porträtbild von Jonas Furrer (Winterthur), der im Jahr 1848 zum ersten Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewählt worden war. Das Werk ist 1951 fertiggestellt worden.

Festsaal im Erdgeschoss

Räumlichkeit

Repräsentationsraum der im Rathaus tagenden Parlamente, insbesondere des Kantonsrates. Entsprechend werden hier vor allem die offiziellen Gastdelegationen des Kantonsparlaments willkommen geheissen – sei es bei einem Pausenkaffee, bei einem Apéro oder einem Bankett. Darüber hinaus werden in diesem Saal auch Sitzungen von parlamentarischen Kommissionen sowie Medienkonferenzen abgehalten.

Das heutige Erscheinungsbild des barocken Juwels ist seit der Fertigstellung des Rathauses 1698 nicht verändert worden.

 Künstlerische Ausstattung
  • Decke: Prachtvolle, plastisch ornamentierte Stuckdecke. Im grossen zentralen Medaillon stehen sich gewissermassen das Gute und das Schlechte gegenüber: Die zentrale weibliche Symbolgestalt, welche die Gerichtsbarkeit und die Demokratie verkörpert, wird flankiert von der Justitia (Garantin der Gerechtigkeit) und der Abundantia, welche für den Überfluss steht. Am unteren Bildrand links die Avaritia (Geiz), rechts das Pferd, welches Diomedes zerfleischt. – Die Eckmedaillons zeigen die Symbole der vier Kardinaltugenden: Mässigkeit (Messlatte und Zügel), Stärke (Löwe), Weisheit (Schlange) und Wachsamkeit (Kranich).
  • Standestafel: Das dreiteilige, 1567 vollendete Werk zeigt im Mittelteil die von Löwen gehaltenen Standesschilde von Zürich, überhöht mit dem bekrönten Schild des «Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation» als Symbol für die Stellung Zürichs als Reichsstadt.
  • Porträtbilder: Sie zeigen 4 Bürgermeister aus der Zeit zwischen 1723 und 1813, welche damals gewissermassen in Personalunion als Stadtpräsident von Zürich und Regierungspräsident des Kantons Zürich gewirkt haben. Mit einer Ausnahme handelt es sich um 1943 gefertigte Kopien der Originalbilder.
  • Turmofen: Das 1753 durch die Zürcher Manufaktur von Leonhard Locher geschaffene Werk zeigt in blauer Farbe gehaltene Ruinenlandschaften. Seit 1938 steht der Ofen nicht mehr in Betrieb.

Eingangshalle (auch Vestibül oder Entrée genannt) im Erdgeschoss

Räumlichkeit

Diese Eingangshalle erschliesst alle Stockwerke und weiteren Räume des Rathauses. Dessen einziger offizieller Ein- und Ausgang ist nämlich das Portal, über welches Sie das Gebäude betreten haben. Deshalb ist hier vor allem am Rande der Parlamentssitzungen ein reges Kommen, Gehen und Händeschütteln  auszumachen.

Das heutige Erscheinungsbild des 1698 errichteten Raumes besteht seit 1868, als die Stuckdecke und die grauen Stuckmarmorsäulen eingezogen resp. eingesetzt worden sind.

Künstlerische Ausstattung
  • Büste von Gottfried Keller: Das bronzene Werk zu Ehren des international bedeutenden Zürcher Schriftstellers und Staatsschreibers (1819-1890) ist 1979 aus einem originalen Gipsmodell nachgegossen und hier aufgestellt worden.
  • Wandinschrift darüber: Der aus Gottfried Kellers Bettagsmandat von 1862 übernommene denkwürdige Leitsatz ist 1938 hier angebracht worden.  
  • Inschriften über den Portalen (sog. Portaldevisen): «Ne vigilet Deus» (Wenn Gott nicht über die Stadt wachte) / «Ratio Deos et Diis» (Rechenschaft vor Gott und den Göttern) / «Transit forma soli» (Es ändert sich die Gestalt der Erde).

Südzimmer im Erdgeschoss

Räumlichkeit

Den Namen verdankt das Südzimmer seiner Himmelsausrichtung. Es dient heute vor allem als Sitzungsraum für die Geschäftsleitung und einzelne Kommissionen des Kantonsrates sowie für den Kirchenrat (Exekutive) der evang.-ref. Landeskirche. Ergänzend steht es auch für informelle Besprechungen von Parlamentsmitgliedern und Fraktionen sowie für Gesprächsrunden mit Besucherinnen und Besuchern des Rathauses zur Verfügung.

Das heutige Erscheinungsbild des Raumes besteht seit dem Baujahr des Gebäudes, 1698.  

Künstlerische Ausstattung
  • Kachelofen von 1798, innerhalb des Rathauses 1938 hierhin versetzt worden.
  • Kassettierte Stuckdecke mit reichem Hauptspiegel und geometrisch ausgerichteten seitlichen Medaillons, vollendet 1697. Die Ornamentik besteht aus Früchtearrangements, Knorpelwerk, Blattmasken und Muscheln.
  • Nussbaumtäfer in dreizonigem Aufbau mit furnierten oktogonalen Hauptfüllungen von 1698.
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