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Ratsbetrieb:
Weshalb lesen die Ratsmitglieder während der Ratssitzung so häufig Zeitungen oder hören Walkman und wieso ist der Geräuschpegel im Saal so hoch?

Ehe ein Geschäft im Kantonsrat zur Debatte steht, wurde es bereits in der vorberatenden Kommission und in den Fraktionen ausführlich behandelt. Deshalb sind die Ratsmitglieder mit dem Inhalt der Geschäfte bereits vertraut und hören kaum mehr neue Argumente aus der Ratsdebatte. Diese dient daher in erster Linie der öffentlichen Darstellung der Standpunkte der einzelnen Fraktionen. Kopfhörer tragende Ratsmitglieder haben nicht etwa einen Walkman in Betrieb, sondern verfolgen die Debatte besonders aufmerksam, indem sie die interne Lautsprecheranlage benützen. Irritiert reagieren viele Tribünenbesuchende auf die privaten Gespräche zwischen den einzelnen Ratsmitgliedern. Oft bietet jedoch die Sitzung des Kantonsrates für die Mitglieder des Milizparlamentes die einzige Gelegenheit, um Kontakte zu anderen Ratsmitgliedern zu knüpfen und wichtige Informationen auszutauschen.
Weitere Informationen

Einflussmöglichkeit:
Wie viel Macht ist mit einem Kantonsratsmandat verbunden?

Als Einzelperson verfügt ein Kantonsratsmitglied über wenig Macht, denn alle Entscheide werden durch die Mehrheit der Anwesenden gefällt.
Aufgrund persönlicher Qualifikationen oder langjähriger Ratstätigkeit kann sich ein Parlamentsmitglied allerdings in bestimmten Sachfragen oft auch Gehör über die Parteigrenzen hinweg verschaffen und zum Opinion Leader werden.

Vertretung der Jugend:
Weshalb sind die Jungen zahlenmässig nur schwach im Kantonsrat vertreten?

Die Wahl in den Kantonsrat setzt einen gewissen Bekanntheitsgrad voraus. Junge Politikerinnen und Politiker sind rein zeitlich gesehen noch nicht sehr lange aktiv und konnten daher die Öffentlichkeit (Wählerinnen und Wähler bzw. ihre Partei) noch zu wenig auf sich aufmerksam machen. Ein weiterer Grund liegt zudem in der unterdurchschnittlichen Wahlbeteiligung der jungen Wählerinnen und Wähler.

Sicherheit:
Ist für die Sicherheit der Kantonsratsmitglieder und der Besucherinnen und Besucher gesorgt?

Seit einigen Jahren besteht ein Sicherheitsdispositiv, welches die Parlamentsdienste in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei erarbeitet und umgesetzt haben. Im Zusammenhang mit den schrecklichen Ereignissen im Zuger Kantonsparlament wurden diese Vorkehrungen überprüft und der neuen Lage angepasst.

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